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Ulrike Bähr & Andreas Ertelt

 

 Tierphysiotherapie:  Was ist eigentlich Physiotherapie ?


Im europäischen Ausland ist die Tierphysiotherapie schon seit Jahren bekannt. Dort arbeiten viele Tierärzte eng mit Tierphysiotherapeuten zusammen. So wie es bei uns Menschen üblich ist, dass wir vor und nach Operationen zur Krankengymnastik gehen, so sinnvoll ist es auch bei unseren geliebten Vierbeinern.
Tierphysiotherapie soll nicht als Ersatz für eine tierärztliche Behandlung angesehen werden, sondern kann durch qualifizierte Therapeuten die Behandlung unterstützen und den Heilungsprozess fördern und beschleunigen.
Die Physiotherapie kümmert sich um den Bewegungsapparat von Mensch und Tier:
Muskeln, Gelenke und Gewebe

Eine individuell auf das Tier abgestimmte Behandlung wirkt bei nahezu allen Krankheiten und Störungen des Bewegungsapparats heilend, heilungsbeschleunigend und schmerzlindernd.
Die Physiotherapie fördert und unterstützt auch die Selbstheilungskräfte des Körpers, z.B. zur Rehabilitation (nach OPs) zur Vorbeugung weitere Schäden wie Fehlstellung der Gelenke oder Fehlbelastung durch falsche Körperhaltung.

Tierphysiotherapie ist aber nicht nur für kranke Tiere geeignet, sondern auch sinnvoll bei Turnier- und Sporttieren, z.B. bei Spring-, Dressur- und Rennpferden, bei Agility, Renn- und Jagdhunden etc.

Einsatzmöglichkeiten der Physiotherapie

  • Prä- und postoperativ
  • Posttraumatisch
  • Wirbelsäulenerkrankungen
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates
  • Neurologische Störungen, Nervenerkrankungen
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Geriatrisch bedingte Erkrankungen
  • Durchblutungsstörungen
  • Narben und Ödeme
  • Konditions- und Muskelaufbau
  • Koordinations- und Gangschulung
  • Störungen im Bereich der Atemwege

Behandlungsmethoden der Physiotherapie

  • Massage
  • Stresspunktmassage (nur beim Pferd)
  • Gezielte Gymnastik (aktiv oder passiv)
  • Bewegungstherapie / manuelle Techniken
  • Tellington TTouch Behandlung
  • Hydrotherapie (Wassertherapie)
  • Thermotherapie (Wärme- und Kälteanwendungen)
  • Elektro,- Lichttherapie
  • Magnetfeldtherapie
  • Lymphdrainage
  • Atemtherapie
  • Narbenmassage

Die Wirkungen der Physiotherapie:

Massage

Schmerzlinderung, Lockerung verkrampfter und verspannter Muskulatur, tonisieren der hypotonen (schwachen) Muskulatur, detonisieren  der hypertonen (verkrampften, verspannten) Muskulatur, Stimulation von Nerven, Förderung der Durchblutung und Stoffwechselaktivität, Steigerung von Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden sowie eine beruhigende Wirkung.

Gymnastik

Schmerzlinderung, Aufbau und Kräftigung der Muskulatur, Dehnung von Muskeln, Sehnen und Bändern, Mobilisation von Gelenken, Konditionsverbesserung, Steigerung der Leistungsfähigkeit, Verbesserung der Koordination und des Gangbildes.

Hydro- und Thermotherapie

Schmerzlinderung, Entspannung der Muskulatur, Anregung des Kreislaufes, verbesserter Abbau von Ödemen, Anregung der Durchblutung und Zellaktivität sowie verbesserter Abtransport von Schadstoffen.

Elektrotherapie

Schmerzlinderung, Verbesserung der Durchblutung, Steigerung und Verbesserung der Stoffwechselaktivität. Muskelreizung und eine Steigerung der Erregbarkeit  motorischer Nerven (Lähmungsbehandlungen).

Lichttherapie

Schmerzlinderung, Wärmeanwendung und eine beruhigende oder anregende Wirkung.

Magnetfeldtherapie

Schmerzlinderung, Verbesserung der Durchblutung, Erhöhung der Sauerstoffaufnahme der Zelle und des Abtransportes von Stoffwechselschlacken.

Tellington TTouch

Durch die Bandagen Therapie Behandlung bekommt der Hund ein intensives Gefühl für seinen Körper, was ihn während des Tragens in einer stressfreien Situation hält und ihn in seinen Bewegungen beim laufen und seinem Verhalten sicherer macht.

Manuelle Techniken

Beseitigung von Blockaden in Wirbeln und Gelenken, Schmerzlinderung sowie eine Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit.

Lymphdrainage

Schmerzlinderung, Ödemverkleinerung, Gewebslockerung und die Auflösung von Narbenverhärtungen und  Schwellungen.

Atemtherapie

Verbesserung der Atmung insbesondere auch bei älteren und immobilen Tieren.

Stresspunktmassage

Stresspunkte beim Pferd sind oft mitverantwortlich für Gangbildanomalien und Mobilitätsprobleme.
Ziel der Stresspunktmassage ist es, die natürliche Beweglichkeit des Pferdes zu erhalten oder sie wiederherzustellen.

Tiertaping (NEU !)

Beim Taping werden Baumwolltapes verwendet, die stark dehnbar sind und auf denen ein temperatursensitiver, hypoallergener Kleber aufgetragen ist.

Mögliche Wirkweisen: * Verbesserung der Lymphzirkulation & Anregung, * Schmerzreduktion / Druckentlastung, * Unterstützung der Gelenkfunktionen unter Erhalt der vollen Beweglichkeit (z.B. Patellaluxation), * Verbesserung der Muskelfunktionen, * Mikrozirkulation und Durchblutung.

Viele Anwender berichten positiv über das Taping bei folgenden Beschwerden: * Schwellungen & Blutergüsse, * Lymphödeme, * Arthritische Erkrankungen, * Narben, * Muskelverhärtungen, * Hüftdysplasie usw...

* Bitte beachten Sie:  Beim Tiertaping liegen bisher noch nicht in jedem Teilbereich ausreichend gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse durch evidenzbasierte Studien vor, die eine Wirkung und/oder Wirksamkeit der Anlagen belegen. Die Wirkweisen und Anwendungsbeispiele beruhen auf Erklärmodellen, Rückmeldungen und positiven Erfahrungsberichten von Tierhaltern, Therapeuten und Tapeanwender.


Verschiedene Fotos von Physiotherapie Behandlungen:



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